Der Braustern

       Zum wohl ältesten Symbol der Brauzunft gehört das Hexagramm, der Brauerstern (1425). Der sechszackige Stern symbolisiert die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft sowie die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen. Die Bedeutung der Hefe bei der Gärung war damals noch nicht bekannt. Es ist nicht verwunderlich, dass in unserer Region viele Restaurants den Namen „Sternen“ tragen.

Das Brauwappen

       Die Bearbeitung des Keimgutes auf der Tenne erfolgte mittels einer hölzernen Mälzerschaufel. Zwecks Belüftung musste jeder Haufen zweimal am Tag umgestochen werden. Da es noch keine Rührwerke gab, musste die Maische mit einem Maischscheit umgerührt werden. Pumpen gab es damals noch keine, so musste mit dem Schöpfstaffel und mit Manneskraft die Flüssigkeit umgeleert werden.

Heilige

       Nebst dem sagenhaften Schutzgeist Gambrinus hat das Brauerbrauchtum eine Reihe von kirchlichen Heiligen zu seinen Schutzpatronen gemacht. Zu den meist verehrten Heiligen gehört Florian, der Beistand in Feuersgefahr und Wassernot.

Das Patronat für Bierbrauer wird auch dem Prediger Augustinus zugesprochen. Auch St. Bonifatius wurde zum Schutzpatron der Brauer ernannt. Ein sehr populärer Patron der Bierbrauer ist der am 6. Dezember gefeierte St. Nikolaus, Bischof von Myra.

“Sankt Nikolaus bringt Eis ins Haus” hofften die Bierbrauer. Den ersten Kälteeinbruch des Winters sehnten sie herbei, weil vor der Erfindung von Kältemaschinen nur gewaltige Eisvorräte das zwischen Oktober und April gebraute Winterbier bis in die Sommermonate frisch hielten.

Bevor Gambrinus zur Symbolfigur der Braukunst wurde, galt der Heilige Arnulf als wichtigster Patron der Brauer. Als sein Leichnam in einer feierlichen Prozession zu Grabe getragen wurde, ermatteten die Trauernden in der sengenden Sommerhitze. Da geschah ein Wunder: Alle Anwesenden hielten plötzlich einen Masskrug mit frischem Bier in der Hand, das sie labte und stärkte. Trotz seines segenreichen Wirkens ist der Heilige Arnulf heute weitgehend in Vergessenheit geraten.